Zahntechnisches Labor Fischer

Die meisten Menschen denken, dass Zahnersatz und Zahnprothesen direkt beim Zahnarzt hergestellt werden. Doch damit liegen sie falsch. Der Zahnarzt macht lediglich die Abdrücke und um alles Weitere kümmert sich ein zahntechnisches Labor. So wie die Firma Fischer in Rottweil, hier konnte der Chemieleistungskurs des DHGs am Donnerstag, den 12.12.19, miterleben, wie Zahnprothesen und Zahnersatz hergestellt werden.

Der Besuch bestand aus einer Führung und einem Praktikum. Beim Praktikum mischten die Schüler eine Flüssigkeit mit einem Pulver zusammen, um einen Kunststoff herzustellen, der für Zahnprothesen Anwendung findet. Sobald dieser zähflüssig war, wurde er in Förmchen einer Schokoladenverpackung gegossen und in einem Drucktopf ausgehärtet, sodass am Ende kleine Herzen aus Kunststoff entstanden. Dabei war es interessant, dass das Pulver größtenteils aus Bruchstücken des Kunststoffes, der entstehen sollte, bestand, die Flüssigkeit lag als Monomer, also Einzelbaustein des Kunststoffes vor. Schließlich entstand ein rosafarbener harter, bearbeitbarer Kunststoff.

Zudem gab es eine Führung, bei der uns die Arbeitsräume gezeigt und das Arbeiten im Betrieb näher erläutert wurden. In einem hellen, sehr gut beleuchteten Raum, der in Teilen einem Fotostudio gleicht, werden Aufnahmen von Kunden gemacht. Um die Zahnprothesen den natürlichen Zähnen so gut es nur geht farblich anzupassen und am Ende perfekte keramische Zahnprothesen herstellen zu können, braucht es sehr gute Lichtverhältnisse. Zähne sind einzigartig, sie haben verschiedene Eigenschaften. Sie können leicht bläulich erscheinen, sie brechen das Licht auf verschiedene Arten oder sie können sogar fluoreszierend oder transzendent sein. Damit die Zahnprothese nicht auffällt, versucht man sie so gut wie nur möglich an die natürlichen Zähne anzupassen. Zahnkronen werden aus Keramik hergestellt. Die verschiedenen Farben der Keramik liegen dabei zunächst in Pulverform vor. Aus dem Pulver wird dann ein Brei erzeugt, der auf ein Gerüst aufgetragen wird, das aus den Abdrücken des Zahnarztes entstanden ist. Danach wird der aufgetragene Brei in einem Keramikofen gebrannt.

Für den Leistungskurs des DHGs war dieser Ausflug eine tolle Möglichkeit die Theorie aus dem Unterricht mit einer praktischen Anwendung in der späteren Berufswelt zu verbinden, und so auch etwas über die eigene Zukunft nachzudenken.

Bericht: Renate Ernst

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