Hinter den Kulissen

Jugendreporterin Julia durfte beiden Proben der Theater AG anwesend sein und spannende Hintergrundinformationen sammeln

In diesem Schuljahr führte die Theater AG unserer Schule das Stück „Momo“ auf. Während der Probewoche hatte ich die Chance, hinter die Kulissen zu schauen - und es war wirklich spannend. Der erste Eindruck, sagen wir mal so: Chaos, Chaos, Chaos - da hat ja niemand einen Plan! Nachdem ich die Möglichkeit hatte, Marie Julie, eine der Mitwirkenden, die nach der Schule sogar Schauspiel studieren möchte, zu befragen, verstand ich vieles besser.

Die Theater AG probt und spielt pro Schuljahr ein Stück. In diesem Jahr wurde das Stück von Frau Binder und Herrn Fröhlich ausgewählt. Meistens sei es aber so, dass die Theater AG mitentscheidet. In diesem Jahr gibt es in der Theater AG wirklich viele Schauspieler, es sind über 30 SchülerInnen aus den Klassen 6 - 12 beteiligt. Dabei haben einige der Großen inzwischen schon mehr Erfahrung und seien nicht mehr ganz so aufgeregt, meinte Marie Julie. Allerdings sei etwas Aufregung aber auch wichtig, um sich in eine Rolle zu versetzen. Ich habe auch gefragt, ob es für die Schauspieler schwer ist, Texte auswendig zu lernen. Natürlich ist das bei jedem anders, aber es sei Übungssache, bei der man sogar Techniken entwickeln könne, die es einem leichter machten.

Nach dem Besuch der Aufführung fanden viele SchülerInnen in meiner Klasse, die das Buch kannten, dass sich das Stück eng an der Geschichte orientierte. Dennoch wurde manches weggelassen oder zusätzlich eingebaut, weil sich nicht alles immer auf der Bühne darstellen lässt. Interessant ist auch, dass die Vorlage für den Text der Schauspieler nicht das Originalbuch ist, sondern dass ein spezieller Theater- Text gekauft werden muss.

Wie ich am Anfang schon gesagt habe, sieht es bei den Proben aus Sicht eines Zuschauers nach reinem Chaos aus. Alle laufen durcheinander: während die einen auf der Bühne ihren Text proben und dabei ständig von der Regie unterbrochen werden, laufen die anderen hin und her, um technische Dinge zu klären. Wie ich erfahren habe, ist es auch für die Schauspieler sehr anstrengend, ständig verbessert zu werden und sich zu wiederholen. „Manchmal würde man doch gerne weiterspielen und nicht noch einmal den gleichen Satz sagen“, meinte Marie Julie. Außerdem probten zum Zeitpunkt meines Besuches alle schon seit fünf Tagen täglich elf Schulstunden - kein Wunder, dass das anstrengt!

Auf meine Frage, ob es einen Chef in der AG gebe oder ob alle gemeinsam bestimmen, erfuhr ich, dass jeder Ideen und Vorschläge einbringen könne. Trotzdem treffe die Regie (dieses Jahr Fr. Binder, Hr. Fröhlich, Hanna, Marie Julie) viele Entscheidungen, weil bei so vielen Leuten nicht jeder machen könne, was er wolle. Ich habe auch erfahren, dass das Bühnenbild hauptsächlich von Herrn Hensle und auch alle anderen Handwerksarbeiten von ihm gemacht wurden. Die Kostüme sind z.T. das Eigentum der SchauspielerInnen; manche Sachen, wie z.B. die Polizeiuniform, werden aber auch beim Zimmertheater ausgeliehen. Da aber alle grauen Herren die gleichen Hüte brauchten, mussten diese extra angeschafft werden.

Am Ende einer langen und anstrengenden Probezeit steht natürlich die Aufführung! Zehn Minuten, bevor es wirklich endgültig losgeht, bildet die Gruppe noch einmal einen Kreis: Fr. Binder und Hr. Fröhlich motivieren und ermutigen zum letzten Mal. Alle wünschen sich gegenseitig Erfolg, bevor sie ihre Plätze einnehmen und noch einmal in sich gehen.

Vorhang auf!

Julia Jakschik, 5c, Jugendredaktion

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